Wie ungesund ist Essen am Abend wirklich?

Es wird immer wieder heiß diskutiert, wie gesund oder ungesund das Essen am späten Abend ist. Auf der einen Seite wird empfohlen, spät abends nicht mehr zu essen. Vor allem Übergewicht und Fettleibigkeit würde dadurch gefördert werden. Dann gibt es wiederum Studien die zeigen, dass Personen die spät abends essen mehr Fett verlieren und weniger Muskelmasse einbüßen, verglichen mit Personen die die gleiche Kalorienmenge bereits am frühen Morgen zum Frühstück konsumieren. Ähnlich kontrovers sind auch die Empfehlungen bezüglich der Mahlzeitenzeit und der Entstehung unterschiedlicher Krankheiten. Neues Feuer ins Öl gegossen hat nun eine neue Studie bzgl. Krebserkrankungen.

Später essen, höhere Krebsgefahr!?

Zumindest für Brustkrebs und Prostatakrebs konnte in der Studie beobachtet werden, dass Personen die spät abends essen, einer höheren Gefahr ausgesetzt sind, an Krebs zu erkranken. Genauer gesagt steigt die Gefahr an, je kürzer das Zeitintervall zwischen letzter Mahlzeit des Tages und dem Zeitpunkt des Schlafengehens ausfällt.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass die Empfehlungen der Mahlzeitenfrequenz und des Mahlzeiten Timings neu überarbeitet werden müssen, lassen sich die Ergebnisse auch in weiteren Untersuchungen bestätigen. Insbesondere in Ländern in Südeuropa. Denn gerade hier wird teilweise sehr spät am Abend gegessen. In Spanien wird beispielsweise erst zwischen 21:00 Uhr und 23:00 Uhr zu Abend gegessen. Auch in Griechenland fällt die Hauptmahlzeit auf die späten Abendstunden. In der Türkei geht man ebenfalls nicht vor 20:00 Uhr zum Dinner. Könnte dieses Verhalten wirklich der Gesundheit schaden?

Das Auftreten von Krebserkrankungen im Überblick

Entspräche eine späte Einnahme des Abendessens tatsächlich einem höheren Krebsrisiko, so müssten die südeuropäischen Länder doch tatsächlich verstärkt betroffen sein. Die Realität ist jedoch, dass Krebserkrankungen bezogen auf 100 000 Einwohner eines Landes in Frankreich am höchsten sind. Auch Belgien, Norwegen und Slowenien sind in dieser traurigen Statistik weit oben angesiedelt.

Die geringste statistische Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken findet man hingegen in Griechenland, Albanien und Zypern. Also interessanterweise gerade in diesen Ländern, von denen man es laut der Studie nicht erwarten dürfte. Denn in diesen Ländern wird ziemlich spät am Abend gegessen.

Was soll man also nun glauben?

Es ist nicht auszuschließen, dass an der Hypothese mit den späten Mahlzeiten am Abend und dem erhöhten Auftreten von Krebserkrankungen etwas dran ist. Die tatsächlichen Zahlen sprechen jedoch eher dafür, dass andere Faktoren hier einen stärkeren Einfluss haben, als das Mahlzeiten Timing. Die Qualität der gegessenen Lebensmittel und die allgemeine Lebensweise scheinen demnach stärker zu wirken als die Uhrzeit, zu denen die Mahlzeiten gegessen werden.

Fazit:

Bevor man sich über den Zeitpunkt der Mahlzeiteneinnahme allzu viele Gedanken macht, sollte man im ersten Schritt den eigenen Lebensstil überprüfen. Die südeuropäischen Länder könnten uns dabei etwas voraushaben. Denn das Auftreten von Krebserkrankungen in Deutschland liegt nur wenig unterhalb des Wertes der Franzosen.

Quellen:

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/ijc.31649

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182514/umfrage/krebs-haeufigkeitsrate-in-europa/

 

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