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Glutamin – die Herbst-Aminosäure!?

Auf die Einnahme von L-Glutamin – auch Glutaminsäure genannt – setzen häufig Bodybuilder und Kraftsportler, um den Muskelaufbau zu fördern und das Volumen der Muskeln zu erhöhen. So hört man immer wieder, dass die Aminosäure entscheidend für den Aufbau von fettfreier Masse ist und die Funktion eines sogenannten “Cell Voluminizershat.

Auch wenn diese Aussagen richtig sind, so erzählen sie nicht die ganze Geschichte. Denn Glutaminsäure kann noch viel mehr. Vor allem in der kalten Jahreszeit kann L-Glutamin eine wichtige Rolle für den Körper spielen. Die Wirkung der Aminosäure auf unser Immunsystem ist sehr positiv. Auch sonst hilft Glutaminsäure dem Körper in stressigen Situationen und immer dann, wenn wir uns im Übertraining befinden.

Was genau ist Glutamin eigentlich?

L-Glutamin ist eine semi-essenzielle Aminosäure. Solche Aminosäuren müssen eigentlich nicht über die Ernährung zugeführt werden wie die acht essenziellen Aminosäuren, sondern können vom Körper selbst aus ebendiesen Aminosäuren synthetisiert werden – mit einigen Ausnahmen.

Denn in bestimmten Situationen wird aus der nicht-essentiellen Aminosäure eine essentielle Aminosäure. Der Bedarf an L-Glutamin übertrifft dann die Kapazität der möglichen Eigensynthese. Plötzlich ist der Körper vorübergehend auf die Zufuhr von Glutamin über die Nahrung angewiesen, um einen sinkenden Glutamin-Spiegel im Blut zu vermeiden bzw. den erhöhten Glutamin-Bedarf zu decken.

Derartige Situationen treten vor allem dann auf, wenn du gerade gestresst bist oder dein Immunsystem stark beansprucht wird. Das kann eine aufkommende Erkältungswelle sein, aber auch eine besonders hohe körperliche Belastung durch chronisches Übertraining.

Wie sollte man Glutamin einnehmen?

Du kannst L-Glutamin prophylaktisch als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um das mögliche Risiko einer Erkältungskrankheit zu mindern. Wirklich sinnvoll und hilfreich ist eine Zufuhr von Glutamin zwar nur dann, wenn der Glutamin-Spiegel im Blut unter dem Optimalwert liegt, doch gerade körperlicher und psychischer Stress wirken sich negativ auf diesen Wert aus. Du kannst also davon ausgehen, dass auch diese Gefahr über den Herbst und Winter steigt.

L-Glutamin ist zudem ein wichtiger Nährstoff für die Schleimhaut des Darms. Also auch bei diversen Beschwerden im Darm bzw. Magen-Darm-Trakt oder nach einer Antibiotika-Kur kann es nützlich sein, dem Körper L-Glutamin in Form eines Nahrungsergänzungsmittels zuzuführen.

Doch gerade weil die Zellen im Darm so scharf auf die Aminosäure Glutamin sind, muss eine entsprechend hohe Menge supplementiert werden, damit auch wirklich genug L-Glutamin im Blut ankommt, um einen verringerten Spiegel im Blut zu vermeiden. Für eine optimale Wirkung ist die Einnahme der Aminosäure viermal täglich mit einer Dosis von 5 g zu empfehlen. Dabei hast du verschiedene Möglichkeiten – du kannst L-Glutamin zum Beispiel als Pulver in einem Glas Fruchtsaft auflösen. Oder du holst dir die Aminosäure in Kapsel-Form.

Wo ist Glutamin noch enthalten?

In natürlichen Lebensmitteln findest du Glutamin vor allem in Casein. Das ist die primäre Protein-Komponente der Milch. Vor allem Magerquark und Hüttenkäse enthalten größere Mengen Glutamin.

Möchtest du es etwas schmackhafter haben, empfehlen wir dir einen Protein-Shake mit einem hohen Anteil an Casein oder Milchproteinen. Auf diese Weise kannst du deine tägliche Glutamin-Zufuhr auch wirklich genießen.

Möchtest du lieber auf Milchprodukte verzichten und dich vegan ernähren, kannst du deinen Bedarf an Glutamin auch durch die Einnahme von Soja- und Weizen-Proteinen decken.

Welche Nebenwirkungen hat Glutamin?

Was Nebenwirkungen von L-Glutamin im Körper angeht, musst du dir keine Sorgen machen. Selbst sehr hohe Dosen von Glutamin führen nicht zu Nebenwirkungen. Sofern du keine diagnostizierte Stoffwechselerkrankung oder diverse bestehende Nierenschäden hast, sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten. Glutamin kann dich über die kalten Tage hinweg also eher unterstützen als dass es eine negative Wirkung auf deinen Körper haben könnte. Vor allem in Verbindung mit einer gesunden Lebensweise und einer abwechslungsreichen Ernährung ist die Aminosäure ein echter Bringer.

Bild-Quelle: Fotolia.com

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