Fruchtzucker – wirklich besser als normaler Zucker?

Lange Zeit wurde uns verkauft, dass Fruchtzucker der „bessere Zucker“ sei. Denn er lässt unseren Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und unsere Insulinreaktion fällt entsprechend niedriger aus. Also wurde begonnen mit Fruchtzucker zu süßen. Es gibt mittlerweile Marmeladen und Co. die nur noch mit Fruchtzucker gesüßt werden. Vor allem Diabetikerprodukte sind betroffen. Was auf den ersten Blick auch Sinn ergibt. Denn Fruchtzucker wird insulinunabhängig verstoffwechselt. Und es ist ja gerade das Insulin, welches beim Diabetiker fehlt. Wie sich aber herausstellen sollte, ist dieses Vorgehen ein fataler Fehler.

Das Problem mit dem Fruchtzucker

Fruchtzucker kommt – wie es der Name schon sagt – hauptsächlich in Früchten vor. Wobei man hier nicht dem Irrglaube unterliegen darf zu denken, dass Fruchtzucker 100% des Zuckeranteils in Obst ausmacht. Denn je nach Frucht besteht ein nicht unerheblicher Teil des Zuckers in Obst aus Glukose. Daher unterscheidet sich auch der Glykämische Index einzelner Obstsorten. Zumindest ist das mit ein Grund. Zusammen mit dem Anteil an Ballaststoffen.

Anders als Glukose kann Fruchtzucker jedoch nicht direkt in den Muskeln gespeichert werden. Er wird zunächst zur Leber transportiert. Und dort kann Fruchtzucker – je nach Bedarf – in Glukose umgewandelt werden. Oder in Fett. Dieses Fett befindet sich dann in der Leber und kann zur Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber beitragen. Und diese wiederum setzt praktisch unseren gesamten Stoffwechsel schachmatt. Denn eine Fettleber kann dazu beitragen, dass sich unsere Insulinsensibilität verschlechtert. Das kann zu einer Insulinresistenz führen. Und das wiederum ist die Grundlage der Ausprägung von Diabetes. Also eigentlich genau von der Krankheit, die wir eigentlich behandeln wollten. Ganz schlecht.

Ist Obst nun also ungesund?

Nein. Denn in Obst stecken viele Inhaltsstoffe, die für unseren Körper mehr als wertvoll sind. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zum Beispiel. Außerdem sind bis zu 50g Fruchtzucker pro Tag als problemlos anzusehen. Wenn man sich regelmäßig in seinem Alltag bewegt gilt das ohnehin. Und um auf 50g Fruchtzucker zu kommen, kann man eine Menge Obst essen.

Problematischer als Obst sind eher die vielen Süßspeisen die wir zu uns nehmen. Denn der herkömmliche Haushaltszucker besteht zu 50% aus Fruchtzucker. Wer also viele Süßigkeiten isst, seinen Kaffee regelmäßig und stark zuckert und viel Junk Food isst, der wird früher oder später möglicherweise ein Problem haben. Oder aber diejenigen, die einem scheinbar gesunden Trend folgen…

Smoothies – gesund geht anders!

Smoothies sind ein Trend. Und zugegeben, sie sehe nicht nur schön und gesund aus, sondern sie sind auch lecker. Die Wahrheit offenbart sich sowohl bei fertigen Smothies, die man heute praktisch überall kaufen kann, als auch bei selbstgemachten Smoothies. Denn schneller als man denkt, hat man hier deutlich mehr Obst in einem Smoothie, als man in normalem Zustand essen würde. Am besten dann noch mit einem ordentlichen Schuss Saft im Mixer. Das ergibt eine Fruchzuckerbombe, die die 50g Marke von oben schnell mit einem einzigen Smoothie täglich übersteigt. Der zusätzliche Zucker aus anderen Lebensmitteln noch gar nicht hinzugerechnet. Daher der Rat: besser Finger weg von Fruchtsäften und Smoothies.

Besser wäre demnach ein Gemüsesmoothie. Dieser kann dann mit Gemüsesaft oder abgekühltem Kräutertee oder grünem Tee zubereitet werden. Statt jede Menge Obst, kommt jede Menge Gemüse in den Mixer. Ein paar Beeren zum Abrunden sind in Ordnung. Mehr als ein Stück Obst pro Smoothie sollte es nicht sein.

Fazit

Fruchtzucker ist garantiert nicht der bessere Zucker. In größeren Mengen ist er sogar eher der deutlich schlechtere Zucker. Er kann in größeren Mengen zu einer nicht-alkoholischen Fettleber beitragen, die Insulinsensibilität verschlechtern und die Blutfettwerte in die Höhe treiben. Ein normaler Obstkonsum ist hier noch lange kein Problem. Der übermäßige Konsum von Haushaltszucker, so genannten Diabetikerprodukten, Fruchtsäften und Smoothies sind gesundheitlich allesamt zu hinterfragen.

Datei: fotolia

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