Der Leistungssport-Fail

Heutzutage gibt es für alles eine App. Eine App mit der du dein Gewicht protokollieren kannst. Eine App mit der du deine Makros trackst. Eine App die deinen Schlaf analysiert. Alles. Du lebst wie ein Leistungssportler. Bist aber ein Amateur. Dennoch möchtest du dir alles von deinen großen Vorbildern abschauen. Nur leider führt genau dieses Verhalten oftmals dazu, dass du deine Ziele NICHT erreichst. Wie kann das sein? Schließlich gibst du doch wirklich alles!?

Schuster bleib bei deinen Leisten

Kennst du diesen Spruch? Sicherlich wird er dir bekannt vorkommen. Das gleiche Prinzip gilt für dich und deine sportlichen Ambitionen. Wir sind mit Sicherheit die Letzten die dich entmutigen wollen. Und genau daher auch die kritische Hinterfragung dessen, was du tust. Doch die Realität sieht nun einmal so aus, dass du einen Leistungssport Lifestyle nicht in den Alltag eines Hobby Sportlers packen kannst. Du musst nicht alles perfektionieren und optimieren. Denn genau solche Dinge führen am Ende dazu, dass du Rückschritte machst.

Werfen wir einen Blick auf deine Ernährung. Typischerweise befolgen viele Fitness Sportler eine bestimmte Diät. Möglicherweise weil dieser oder jener Experte diese Diätform propagiert und für besonders hilfreich und effektiv befindet. Für dich ist das meist mit einem Verzicht verbunden. Low Carb beispielsweise bedeutet, dass kohlenhydratreiche Lebensmittel tabu für dich sind. Bei Low Fat erliegt das Nahrungsfett dem gleichen Schicksal. Eine Weile lang wirst du das durchhalten. Doch in der Regel beginnen die meisten Anwender nach durchaus respektablen Anfangserfolgen, wieder zuzunehmen. Das Problem liegt im Bereich der Konsistenz. Eine solche Diät ist einfach langfristig nicht durchzuhalten. Also hangelt man sich von Diät zu Diät und von Jojo-Effekt zu Jojo-Effekt. Und eigentlich fühlt man sich immer schlecht.

Verzichte auf das kleinstmögliche Übel

Grobe Einschnitte bei deiner Ernährung führen zum Gefühl des Verzichts. Du hältst etwas durch, das du eigentlich gar nicht wirklich durchhalten möchtest. Das bist einfach nicht du. Doch was bedeutet das „Du sein“.

Lass uns das erklären: Ein Vegetarier denkt nicht darüber nach, ob Fleisch jetzt gut für ihn ist oder seine Leistungsfähigkeit verbessern könnte. Er isst einfach kein Fleisch. Er denkt nicht darüber nach. Auf Fleisch zu verzichten ist eine innere Überzeugung.

Sobald du jedoch über etwas nachdenkst und abwägen musst, wird es schon wieder schwierig. Das bedeutet, du bewertest dich und dein Vorgehen. Meist nach Maßstäben, die für einen Leistungssportler relevant sind. Jedoch nicht zwangsläufig auch für dich eine gewichtige Rolle spielen.

Die Lösung: Verzichte auf das kleinstmögliche Übel. Das aber dann „für immer“. Es kommt hier nicht darauf an, massive Einschnitte vorzunehmen. Es geht wirklich um Kleinigkeiten, die dir leicht fallen. Die dann aber zu deiner Überzeugung werden müssen. Über Wochen. Über Monate. Über Jahre.

Ein Beispiel könnte der Vorsatz sein, zu Hause keine kalorienhaltigen Getränke zu konsumieren. Bist du mit deinen Freunden unterwegs, kannst du dir auch hier und da etwas kalorienhaltiges bestellen. Nur zu Hause, sollte das tabu sein. Irgendwann kannst du dazu übergehen und dieses Vorhaben ausweiten usw. Wichtig ist nur, beginne mit Dingen, die eigentlich kein Problem für dich darstellen. Setze dich dabei nicht unter Zeitdruck.

Nur wer Spaß hat, hat Erfolg

Auch beim Training beobachtet man diese Problematik immer wieder. Menschen machen aus allen Gründen Sport. Selten jedoch weil es ihnen Spaß macht. Wir quälen uns eine Stunde auf dem Laufband, nur weil das eine besonders effektive Art sei, Fett abzubauen. Wir verbrennen dabei 600kcal. Nur um uns anschließend als Belohnung für die Qualen eine 800kcal Pizza zu gönnen. Dass diese Rechnung nicht aufgeht und du dadurch kein Fett verlierst, das dürfte klar sein, nicht wahr?

Wie geht es besser? Du musst nicht die beste und effektivste Art des Trainings wählen. Wähle stattdessen ein Training das dir Freude bereitet. Auch wenn das nur 400kcal statt 600kcal verbrennt. Du wirst jedoch sehen, der Drang dich zu belohnen wird sinken. Denn plötzlich überwiegt der Spaß die Qualen. Und schnell möchtest du gezielt auf die „Belohnungen“ verzichten.

Fazit:

Versuche nicht dich zu quälen. Versuche nicht einen Leistungssport Lifestyle in einen Hobby Alltag zu integrieren. Habe Spaß und werde dadurch besser. Praxisnah ist effektiver als jegliches noch so perfektes Theoriekonzept.  

Foto Quelle: Fotolia

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